Cyberkriminalität für Anfänger. Cutlet Maker.

Geldautomaten sind bereits seit längerer Zeit ein lukratives Ziel für Kriminelle. Während die einen brutale Gewalt walten lassen und die Geräte aufbrechen, manipulieren andere lieber die Software der Automaten. Das jüngst entdeckte Beispiel für Schadsoftware dieser Art zeigt nun, dass Malware-Hersteller inzwischen auch cyberkriminelle Laien ansprechen.

Cutlet Maker Toolkit. Bild: Kapersky

Ein Partner von Kaspersky Lab entdeckte Anfang des Jahres ein bislang unbekanntes Sample zur Manipulation von Geldautomaten und leitete dies an die Experten von Kaspersky Lab weiter. Diese konnten ein dazu passendes Angebot auf der gängigen Verkaufsplattform AlphaBay im Darknet ausfindig machen. Das ursprünglich gefundene Malware-Sample entpuppte sich damit als Teil eines kommerziellen Software-Kits zum Ausrauben von Geldautomaten. Zu dessen Verkaufspaket gehört auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Einsatz inklusive Video-Tutorial.

Passwort-Schutz nur für Geldräuber

Damit sich mehrere „Kunden“ nicht in die Quere kommen und maximalen Profit abschöpfen können, besteht das Malware-Toolkit aus drei Teilen. Der Geldautomat wird mit Hilfe eines USB-Sticks, auf dem sich die eigentliche Malware Cutlet Maker befindet, infiziert. Um zu verhindern, dass andere Kriminelle dieselbe Malware nutzen, muss anschließend ein Passwort eingegeben werden, das mit einem getrennt zu installierenden „c0decalc“-Programm auf Laptop oder Tablet generiert wird. Zum Cutlet Maker Malware-Kit gehört noch eine dritte Anwendung, die detaillierte Informationen über den aktuellen Inhalt der Geldkassetten im Automaten liefert.

Das Toolkit war seit dem 27. März 2017 erhältlich, die Experten fanden jedoch Hinweise auf eine frühere Lieferung an einen ukrainischen Multiscanner-Anbieter im Juni 2016 sowie weitere Fälle. Ob die Malware tatsächlich eingesetzt wurde, ist unklar, obwohl das Tutorial-Video suggeriert, unter realen Bedingungen gedreht worden zu sein. Die Hintermänner sind bisher nicht identifiziert, aufgrund einiger Sprachfehler handelt es sich allerdings nicht um Englische Muttersprachler.

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