Datenrettung – wie aus einem kleinen, ein großes Problem wird

Immer wieder, und mehr denn je, bekomme ich Mails von Lesern, die sehr verzweifelt um Rat fragen. Die aber der Meinung sind, mit Hausmitteln eine Datenrettung organisieren zu können. Zwei Beispiele aus dem Postfach. Eine Festplatte ist gestürzt, trotzdem kann der Anwender noch weiter arbeiten.

Festplatte, von Anwender geöffnet.
Festplatte, von Anwender geöffnet.

Er nimmt den Sturz deshalb nicht ernst, verzichtet auf ein Backup! Ein fataler Fehler, wie sich später heraus stellen wird. Nach einer guten Stunde wird der Bildschirm schwarz, die Festplatte beginnt zu rattern. Nach einer Nacht im Kühlschrank (!) bessert sich die Situation nicht. Auch Trial-Versionen von Datenrettungsprogrammen bringen die Lösung nicht.

Die Festplatte wird zur Datenrettung an einen USB Adapter angeschlossen, dann einem Freund mitgegeben. Niemand kann helfen, die Verzweiflung steigt. Der Anwender lebt in Stuttgart, der nächste Datenretter ist Kroll Ontrack. Die Festplatte wird eingesandt, Diagnose Gebühren werden bezahlt. Auch Kroll Ontrack kann in diesem Fall nicht helfen, eine Datenrettung ist unmöglich. Der Grund für den Misserfolg ist nicht beim Datenretter zu suchen, sondern in der Vorgeschichte.

In seiner Verzweiflung schreibt der Anwendern an den Datenrettungsblog, schildert seine Probleme. Ganz klar, auch ich habe keinen Rat mehr. Eine Festplatte mit Sturz sollte immer vom Datenretter behandelt werden, Freunde, Kühlschränke und Datenrettungsprogramme verschlimmern die Situation nur, eine Datenrettung ist sehr oft nicht mehr realisierbar.

Situation 2: Ein Anwender schlägt auf das Notebook, aus Wut, mit der Faust. Die Festplatte wird nicht mehr erkannt, das Notebook stellt sich tot. Da auch in diesem Fall kein Backup vorhanden ist, nimmt der Anwender seinen Notebook mit zum Arbeitsplatz. Der IT Betreuer macht einige Versuche, bricht dann ab und empfiehlt einen Datenretter. Er schickt eine Mail an den Blog. Der Kunden kommt aus dem Raum Würzburg, ich empfehle Maintec Datenrettung in Arbeitsplatznähe. Gleichzeitig bitte ich, den Blog über den Erfolg oder Misserfolg der Datenrettung zu informieren.

Nach einer Woche kommt eine Rückmeldung in mein Postfach. Der Schlag auf den Notebook war nicht ohne Folgen. Maintec Datenrettung konnte Erfolg melden, die Datenpartition konnte komplett, die Partition mit dem Betriebssystem zum Teil gerettet werden. Glück gehabt, das hätte mit mehr Do-it-yourself Versuchen auch anders ausgehen können.

…wie aus einem kleinen, ein großes Problem wird.

Warum ich darüber schreibe? Weil täglich Mails zu diesem Thema das Datenrettungblog Postfach fluten. Datenrettung im Selbstversuch ist keine gute Idee, aus einem kleinen Problem wird dadurch ein großes, eventuell nicht mehr lösbares, Problem. Festplatten selbst zu öffnen, das scheint der neue Volkssport. Auch Platinen zu tauschen, ohne dass man Ahnung hat. Datenrettung Software mit klackernden, beschädigten Platten, das verträgt sich nicht.

Damit es bei unseren Lesern nicht so weit kommt, haben wir eine Empfehlungsliste von Datenrettern auf dem Blog. Die Datenretter beraten gerne und kompetent, helfen die Daten zu retten.

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