Datenrettung: SSD vs. Festplatte

SSD sind auf dem Vormarsch, konventionelle Festplatten werden aus vielen Bereichen verdrängt. Der SSD gehört die Zukunft, vielleicht. Denn im Bereich externer Speicher, und bei Anwendungen mit großen Datenmengen, sind herkömmliche Festplatten weiter gut vertreten. Aus Sicht des Datenrettungblogs hat der aktuelle Trend aber auch hohe Risiken.

Intel SSD
Intel SSD

Risiko: SSD Lebensdauer

Hersteller empfehlen den Austausch einer Festplatte nach rund 5 Jahren. Eine herkömmliche Festplatte hat aber im normalen Einsatz eine viel höhere Lebensdauer. Datenretter die ich zu diesem Thema befragt habe, berichten von Speichermedien die 10 Jahre oder älter sind, und die erst dann den Weg in die Labore finden.

Mittlerweile hat die erste SSD Generation ihren Lifetime Zyklus durchschritten. Das Ergebnis ist ernüchternd. 3 bis 4 Jahre scheinen der Schnitt zu sein, auch hier hängt die Lebensdauer von Qualität und Einsatzumgebung ab.

Risiko: SSD Datenrettung

Bis heute hat sich kein verbindlicher Standard für SSD etabliert. Der Markt bereinigt sich zwar, aber von einer Hersteller übergreifenden Norm sind die Hersteller weit entfernt. Eine Datenrettung im Bereich SSD ist auf Grund vieler Faktoren schwierig. Die Daten werden, im Gegensatz zu konventionellen Festplatten, nicht linear abgelegt. Die Dateninformationen sind stark fragmentiert, mit allen Risiken für den Datenretter.

Dazu kommen Verschlüsselungstechniken, die von Hersteller zu Hersteller variieren, und die eine Datenrettung weiter erschweren. Bei manchen Chipsets ist eine Datenrettung prinzipiell unmöglich, der Datenrettungblog berichtete bereits darüber.

Die Quote für eine erfolgreiche SSD Datenrettung liegt deshalb weit unter dem, was Datenretter für konventionelle Festplatten angeben. Man kann von einer erfolgreichen Datenrettung, ohne Einschränkungen bei der Datenqualität, bei maximal 15 bis 20 % der Falldaten reden, so ein Mitarbeiter eines großen Datenretters im Gespräch.

Nicht aus den Augen verlieren sollte man auch den Preis einer Datenrettung. Im Vergleich zur konventionellen Festplatte liegen die Preise bei einer SSD doppelt so hoch, sowohl bei Analyse als auch bei Rettungskosten. Nachvollziehbar ist das durch den höheren technischen Aufwand.

Entschärft wird die Situation erst dann, wenn sich die Hersteller der SSDs auf einen einheitlichen Industriestandard festlegen. Das wird, mit fortschreitender Marktbereinigung, irgendwann der Fall sein. Bis dahin gilt für alle Anwender:

Datensicherung – nötiger denn je

Die SSD wird, wenn sich der Trend nicht dreht, weiter auf dem Vormarsch sein. Im Gegenzug wird die Festplatte herkömmlicher Prägung nicht so schnell verschwinden wie manche Institute vorhersehen. Der Absatz liegt immer noch zwischen 13 und 14 Millionen Einheiten pro Quartal, und das recht konstant. Wer die Möglichkeiten einer SSD nutzen will, der sollte mehr denn je auf die kontinuierliche Sicherung seiner Daten achten. Denn das Risiko für einen Datenverlust, ohne erfolgreiche Rettung, ist höher als bei konventionellen Festplatten.

2 Gedanken zu „Datenrettung: SSD vs. Festplatte

  • 19. Mai 2015 um 09:05
    Permalink

    SSD ist zwar schneller aber auch schwieriger zu retten! Deswegen bevorzuge ich die normale HDD weil die Festplatten bei mir grundlos immer kaputt gehen

  • 2. Juli 2015 um 11:33
    Permalink

    Wie der Name schon sagt „Solid State Drive“ also auf Deutsch Festkörper-Laufwerk. Während eine normale Festplatte viele kleine, mechanische Einzelteile wie Lesekopf, Schreibkopf, Magnetscheibe besitzt, besteht eine SSD aus Flashspeicher-Bausteinen. Das kennen wir schon bei Speicherkarten und USB Sticks. Weniger bewegliche Teile bedeutet das weniger kaputt gehen kann. Ausserdem benötigt eine SSD keinen ständige Stromzufuhr. Die Daten bleiben trotzdem alle erhalten. SSD sind vielleicht etwas teurer aber haben auch eine deutlich längere Lebensdauer.

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