Datenrettung zu teuer ! Was nun ?

Stellen Sie sich vor: Sie geben Ihre defekte Festplatte zu einem Datenretter, der erfolgreich Ihre Daten retten kann. Nur es gefällt Ihnen der Preis nicht. Oder, der Datenretter hält sich nicht an den im Beratungsgespräch genannten Preisrahmen, zu diesem Thema haben wir bereits berichtet, und der geforderte Preis liegt weit über Ihren finanziellen Möglichkeiten.

Vielleicht ist es auch so, dass Sie auf der Suche nach dem besonders günstigen Preis sind. Man könnte ja die Festplatte zu einem anderen Datenrettungsunternehmen schicken, und vielleicht einen noch besseren Preis herausholen.

Egal welche Motivation, die Frage ist ob Ihre Idee gut ist.

Was passiert bei einer Datenrettung ? Stellen Sie sich vor, Sie haben eine klackernde Festplatte zur Datenrettung geschickt. Der Datenretter öffnet in seinem Reinraumlabor die Festplatte und stellt einen Defekt der Köpfe und, sagen wir mal, der Firmware fest. Er tauscht die Köpfe, verändert die Firmware und liest die Festplatte aus, stellt Ihnen eine efolgreiche Datenrettung dar.

Jetzt kommen Sie ins Spiel. Der Preis gefällt nicht, oder Sie sind im aktuellen Schnäppchenfieber. Sie lehnen also die Datenrettung ab.

Bei vielen Festplatten hat man allerdings, schon auf Grund der Beschädigungen, nur eine einzige Chance zur Datenrettung, wie ein bekannter Datenretter immer sagt.

Abgesehen davon, dass Ihre Festplatte jetzt nicht mehr im Originalzustand ist, der Datenretter wird Ihre Platte zusammenbauen, mit defekten Leseköpfen und wird die Festplatte an Sie zurücksenden. Allerdings, und das ist logisch, er wird eine veränderte Firmware und eine nicht erneut kalibrierte Festplatte auf die Reise schicken.

Der Datenretter, welcher als zweiter die Festplatte bekommt, arbeitet an einem manipulierten Medium. Keine gute Ausgangslage für einen billigen Preis oder ein Schnäppchen.

Es gibt Mitmenschen, die haben Ihre Festplatte zu vier verschiedenen Datenrettern geschickt. Was wir verstehen würden, wenn es sich um eine Zweitmeinung zu einer misslungenen Datenrettung handeln würde. Aber der Anwender war auf der Suche nach einem Schnäppchen und der Meinung seine Chancen ausnutzen zu wollen. Am Ende stand der Mann mit leeren Händen da.

Datenrettungsfirmen, die wir zu diesem Thema befragt haben raten dringend ab, Festplatten aus Preisgründen zur nächsten Datenrettung zu senden. Denn, so die eindeutige Meinung, am Ende gibt es nur Verlierer. Der Datenretter, der umsonst gearbeitet hat, der Kunden, weil eine zweite Datenrettung meist nicht mehr möglich ist – oder auf Grund des schlechteren Zustands teuerer sein wird als das Angebot des ersten Datenretters.

Dinge, die Sie tun können, damit Sie nicht in diese Situation geraten:

Informieren Sie sich vor der Datenrettung möglichst genau über die Preise.

Es gibt Anbieter die mit unrealistisch niedrigen Preisen locken. Oft wird gerade bei diesen Firmen dann der 3 – 4 fache Preis genannt, wenn das Unternehmen Ihre Festplatte erst einmal in den Händen hält.

Viel Anbieter nennen Ihnen Mindest und Maximalpreise, in der Regel auch in schriftlicher Form. Bestehen Sie auf eine Preisliste oder auf eine schriftliche Preiszusage. Sprechen Sie mit den getesteten Datenrettern aus unserer Empfehlungsliste.

Überprüfen Sie vor der Einsendung zur Datenrettung Ihr Budget.

Die Festplatte ist schon beim Datenretter, der Preis ist zu hoch.

Vergessen Sie die Idee die Festplatte wegzuholen und eine zweite, billigere Datenrettung anzustreben. Diese Idee geht in 99 % der Fälle schief. Sprechen Sie mit dem Datenretter.

Bleiben Sie höflich, lassen Sie das Unternehmen wissen, dass Sie die Arbeit durchaus schätzen. Machen Sie eventuell eine reelen Preisvorschlag. Unserer Erfahrung nach sind 10 % Abschlag möglich die allerdings nicht immer und meist ungern gegeben werden.  Vielleicht eine Festplatte  als neuen Datenträger für gratis, oder Versandkosten geschenkt. Preisabschläge von 60 % sind unrealistisch und zweifeln die Seriosität der Kalkulation an, drücken dazu eine Geringschätzung der erbrachten Arbeitsleistung aus, werden Unverständnis und kein Entgegenkommen hervorrufen.

Wägen Sie ab, besser einen kleinen Rabatt als weitere Kosten und dann, mit hoher Wahrscheinlichkeit, gar keine Daten. Denn dann gibt es wirklich nur Verlierer.

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