Datenretter gesucht…. Datenretter Test. Teil 3

Sie erinnern sich ? Einer unserer ersten Artikel ging um Geschäftspraktikten einiger Datenrettungsfirmen die uns aufgefallen sind.

Besonders aufgefallen war uns damals ein Unternehmen aus England, welches mit seiner deutschen Internetpräsenz uns glauben machen wollte hier in Deutschland über Labor und Reinräume zu verfügen.

Falls Sie diese Artikel nicht kennen, können Sie hier nachlesen:

Datenretter gesucht – Teil 1

Datenretter gesucht – Teil 2

Nachdem einige Monate vergangen sind haben wir die Website diese Unternehmens nochmals besucht. Das Unternehmen ist nach wie vor an prominenter Stelle bei Google plaziert und auf der Site sieht man ein Bild der „deutschen Niederlassung“.

Offensiv umwirbt man den Kunden mit vielen kostenlosen Dienstleistungen und sehr bekannten Firmen als Referenz.

Alles beim alten, also ? Mitnichten.

Wir haben die AGBs überprüft und Änderungen gefunden:

Zitat Website:

„Wir weisen darauf hin, dass Mitarbeiter von XXXXX XXXXXX nicht in Deutschland beschäftigt werden, des weiteren möchten wir darauf hinweisen dass sich keine Niederlassungen in Deutschland befinden.“

Überraschung ? Im Kleingedruckten ist die „Wahrheit“  zu finden. Irreführend für den Kunden das Bild der „deutschen Niederlassung“ auf der Eingangsseite, ein Bürohaus in prominenter Lage.

Genauso wiedersprüchlich wie die Versprechen auf der Site, die dem Kunden Glauben machen will,

Zitat Website:

XXXXXX XXXXXX Keine Daten – Keine Kosten Service beinhaltet:

  • KOSTENLOSER Untersuchungsreport
  • KOSTENLOSE Analyse Ihrer Datenträger
  • KOSTENLOSER Kostenvoranschlag mit Festpreis
  • KOSTENLOSE Beratung auch nach der Lieferung Ihrer Daten
  • KOSTENLOSE Notfall-Hotline für Ihre Datenwiederherstellung
  • KOSTENLOSE Beratung und Schadenseingrenzung
  • KOSTENLOSER Bench Test
  • KOSTENLOSER Rückversand Ihrer Datenträger
  • GARANTIERT Ihre Zustimmung noch bevor Ihnen Kosten entstehen

dass alles kostenlos ist, oder sein sollte. Nachgeschaut in den AGBs des Unternehmens aber ist diese Klausel zu finden,

Zitat Website:

4.3 Der Kunde ist sich bewusst, dass es gelegentlich nötig sein kann, dass XXXXX XXXXXXX zur Durchführung von Diagnostik und/oder Wiedergewinnung zusätzliche Medien verwenden muss, wie z.B. Ersatzteile für Laufwerke oder spezifische Adapter oder Buchsen. XXXXX XXXXXX behält sich das Recht vor, dem Kunden derartige zusätzliche Medien zu einem vereinbarten Preis zu verrechnen.

die Kosten für Ersatzteile, für den Kunden unkontrollierbar,  zumindestens möglich macht und mit der nächsten Klausel,

Zitat Website:

4.4 In ganz seltenen Fällen wird XXXXX XXXXXX dem Kunden u.U. einen Teil der Kosten für eine versuchte Wiedergewinnung in Rechnung stellen. Ein derartiges verpflichtungsfreies Festpreisangebot trifft nur zu, wenn es sich um eine komplizierte Wiedergewinnung handelt oder wenn ganz schwere Schäden aufgetreten sind und es wird nicht im Rahmen des „no recovery, no fee“ Service von XXXXX  XXXXXX geboten.

wird der ganze kostenfreie Service in die Tonne getreten. Der Kunde stellt dem Unternehmen also einen „Freifahrschein“ aus, Denn mit der Inanspruchnahme der Dienstleistung akzeptiert der Kunde die AGB des Anbieters. Und wie bitte soll man als Endkunde kontrollieren, ob „ganz schwere Schäden“ vorliegen ?

Der Werbespruch wird von „Keine Daten – Keine Kosten“ umgedreht in „Keine Daten – trotzdem Kosten“.

Wir finden das ärgerlich und unfair dem Kunden gegenüber. Zumal dieses Unternehmen nicht nur im Nordosten der Bundesrepublik eine „Annahmestelle für Datenrettung“ betreibt, sondern auch unter anderem Namen das selbe Geschäftskonzept in anderen Teilen Deutschlands durchführt.

Warum man Kosten in den AGBs versteckt und warum man dem Kunden gegenüber nicht offen und ehrlich kommuniziert dass alle Medien nach England gehen ist zumindest merkwürdig und muss hinterfragt werden.

Nicht dass Sie uns falsch verstehen, nichts gegen England und Datenrettungsfirmen aus den europäischen Nachbarländern.

Aber, der Kunde hat Offenheit verdient, es geht immerhin um wichtige Daten, ein Problem wird erst daraus wenn man, wie in diesem Fall offensichtlich,  Sachverhalte zu verscheiern versucht.

Dem Geschäftsmodell des Anbieters scheint mangelnde Transparenz nicht zu schaden. Ein entsprechend großes Werbebudget ist auch vorhanden. Das Unternehmen ist bei Google Werbung unter verschiedenen Namen und Standorten ganz vorne dabei.

Wir  behalten die Sache weiter im Auge und beobachten ob es in Zukunft einen Zuwachs an Transparenz geben wird. Wir werden auf datenrettungblog.com berichten.

Was mit den anderen von uns in Teil 1 und 2 getesteten Unternehmen in der Zwischenzeit passiert ist lesen Sie im nächsten Teil.

Hinweis:

Uns sind die Namen der Unternehmen bekannt und wir haben die entsprechenden Dokumente als Beweis gesichert. Uns ist auch bewusst, das dieser Blog von betroffenen Personen bzw. Unternehmen gelesen wird. Aus rechtlichen Gründen werden wir den Namen der betroffenen Unternehmen daher nicht publizieren.

2 Gedanken zu „Datenretter gesucht…. Datenretter Test. Teil 3

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